
Unser Verein hat derzeit 346 Mitglieder. Wir freuen uns auf jedes neue Vereinsmitglied – ob jung oder alt. Bei Interesse an unserer Arbeit und an weiteren Informationen für eine Mitgliedschaft bitten wir Sie um Kontaktaufnahme. Der Jahresbeitrag beträgt 12 Euro. Der Verein ist als gemeinnützig anerkannt.
Der Verein veranstaltet regelmäßig
- naturkundliche Vorträge, z.B. wie man richtig kompostiert, den Garten naturnah gestaltet oder Igelschutz im Garten
- Obstbaumschnittkurse mit erfahrenen Baumpflegern
- Tagesausflüge zu Gartenschauen sowie kulturellen Highlights
- geselliges Beisammensein an Weihnachten
- Keltern von Äpfeln, Birnen und Quitten in der vereinseigenen Mosterei
Info
Schaukasten am Kelterhaus, Ellwanger Straße 5, Katzwang

Unsere Vereinschronik
Gründungsjahr 1908
Am Ostermontag, dem 20. April 1908, haben 34 Bürger aus Katzwang, Gaulnhofen, Greuth und Limbach einen Obstbauverein im damaligen Dorf Katzwang gegründet. Die treibende Kraft war der Lehrer Georg Schammann, der auch zum Vorstand gewählt wurde und mit dem Schriftführer, dem Kassierer und drei Beisitzern für drei Jahre die Geschicke des Vereins lenkte.
1908 – 1914
In den Versammlungen, die mehrmals im Jahr stattfanden, wurden immer informative Vorträge von Fachleuten zu allen mit dem Obstbau zusammenhängenden Themen wie Bekämpfung von Frostschäden, Pflege, Düngung und Baumpflege gehalten. Auch die Bedeutung der natürlichen Schädlingsbekämpfung durch die Vögel wurde schon bald erkannt, und bereits im Jahre 1911 laut Mitglieder-Beschluss 43 Nisthöhlen angeschafft. Bis zum Ersten Weltkrieg kamen durch Verlosung innerhalb des Vereins, aber auch durch gemeinschaftlichen Bezug über 400 Bäume zur Anpflanzung.
1914 – 1918
Während des Ersten Weltkrieges mussten sich die Mitglieder neben der Obstbaumpflege verstärkt dem Gemüseanbau zuwenden; eine zwangsläufige Folge der schlechten Versorgungslage. Die damaligen schwierigen Zeiten zwangen zu äußerster Sparsamkeit: Fast alles, angefangen vom Pflanzgut, Spritzmittel, Kalk, Leim und Papier für Raupenringe bis hin zu Vogelfutter, wurde gemeinschaftlich gekauft, um einen günstigen Preis zu erzielen.
1919 – 1932
In der Nachkriegszeit lebten die Vereinsaktivitäten schnell wieder auf, jedoch machte sich die zunehmende Geldentwertung auch bei den Vereinsfinanzen bemerkbar. So war der Jahresbeitrag 1923 auf 300 Mark gestiegen; zwei gekaufte Obstbäume kosteten z.B. 8.000 Mark. Der Wunsch nach einer zuverlässigen Haltbarmachung von Lebensmitteln und Obst wurde immer lauter, sodass eine Konservenverschlussmaschine angeschafft wurde. Die erste Möglichkeit der Obstverwertung war 1932 möglich, als das Mitglied Andreas Späth sich eine Korbpresse kaufte und den Mitgliedern die Nutzung gegen Entgelt zusagte.
1933 – 1945
1933 konnte der Verein, der inzwischen auf 65 Mitglieder angewachsen war, noch sein 25jähriges Bestehen feiern. Bereits 1934 wurden aber alle Gartenbauvereine dem Reichsnährstand unterstellt. In jedem Verein musste ein Vorstandsmitglied der NSDAP angehören. Im Jahre 1936 wurde die Neuordnung der „Obst- und Gartenbauvereine“ verkündet. Politisch war spätestens 1937 das Ende der freien Gartenbauvereine erreicht. Wahlen fanden schon vorher keine mehr statt. Der Vorstand war nunmehr der „Vereinsführer“, und jede Versammlung schloss mit einem in der damaligen Nazi-Zeit üblichen dreifachen „Sieg-Heil“. Während des Zweiten Weltkrieges kam das Vereinsleben zum Stillstand.
Seit 1946
Am 23. März 1946 konnte der Vorstand eine kleine Anzahl von Mitgliedern zur ersten Nachkriegsversammlung begrüßen. Und nun ging es stets aufwärts; die Mitgliedsbeiträge flossen wieder. Allerdings war es sehr schwierig, Spritzmittel, Kunstdünger und auch Obstbäume für Mitglieder zu bekommen. Dies änderte sich schlagartig mit der Währungsreform 1948. Ersatzteile für längst notwendige Reparaturen an Geräten waren ebenso erhältlich wie Pflanzgut und Baumpflegemittel.
Im Jahr 1954 wurde dann mit einem Mitgliederdarlehen und Zuschüssen von Gemeinde und Landkreis eine Obstmühle mit Presse und Motorantrieb gekauft, die 1960 durch eine leistungsfähigere Presse ersetzt wurde. In diesem Jahr, der Verein hatte nun die Mitgliederzahl von 200 überschritten, wurde die Errichtung eines Kelterhauses für die Obstverarbeitung in Angriff genommen. Wieder mit Hilfe eines Mitgliederdarlehens konnte die Kelter in der Ellwanger Straße 5 auf einem Pachtgrundstück der Gemeinde Katzwang errichtet werden. 1972 konnte dann nach der Eingemeindung Katzwangs nach Nürnberg das Pachtgrundstück gekauft werden. Bereits 1971 war die Anerkennung der Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt erfolgt.
Im Jahr 1982 wurden neue Investitionen in der Kelter notwendig. So wurden der Boden und die Wände im Pressraum gefliest, eine Werkzeugkammer und eine überdachte Abstellfläche an der Rückseite des Kelterhauses angebaut. Auch die Erneuerung des Daches konnte unter großem Einsatz einiger Mitglieder realisiert werden. Bereits 1987 wurde eine sich auch heute noch im Einsatz befindliche Doppelpackpresse der Firma Wahler wegen steigender Inanspruchnahme angeschafft.
2008: 100 Jahre Obst- und Gartenbauverein Katzwang und Umgebung
Im Jahr 2008 wurde unser Verein 100 Jahre alt. Die vielfältigen Vorbereitungen für das Jubiläumsjahr wurden durch die Vorstandschaft gut bewältigt. Das anlässlich der Jubiläumsfeier herausgegebene Büchlein und die Stiftung einer rotblühenden Kastanie an der Wolkersdorfer Straße zeugen davon.
Bis heute lebendiges Vereinsleben
Auch nach der Jubiläumsfeier bleibt der Verein bis heute aktiv mit vielen Veranstaltungen, naturkundlichen Vorträgen, Obstschnittkursen, Jahresausflügen zu Gartenschauen und kulturellen Highlights. Immer wieder finden auch Kelter-Workshops mit Kindern der Grundschule Katzwang statt, zur Sensibilisierung der Jüngsten für Natur und Umwelt, und vielleicht lässt sich auch das eine oder andere spätere Vereinsmitglied gewinnen.
Seit 2011 hat der Verein die Internetpräsenz www.ogv-katzwang.de. Es lohnt sich, immer wieder mal reinzuschauen, da laufend neue Veranstaltungstermine bekannt gemacht werden. Unter dem Motto „Der OGV wird bunt“ wurde 2018 die Fassade des Kelterhäuschens neugestaltet. Es ist also von nun an noch leichter, den Weg zur Kelter, Ellwanger Straße 5 zu finden. Ganz abgesehen davon, dass es auf jeden Fall Spaß macht, das Werk des Graffiti- und Street-Art-Künstlers Rubinstein74 zu begutachten und zu bewundern.

Der Künstler Rubinstein74 bei der Arbeit in der Ellwanger Straße 5
Große Bedeutung hat nach wie vor das Keltern von Obst in der vereinseigenen Mosterei in der Ellwanger Straße 5, in Katzwang. Seit 2017 ermöglicht eine neue Pasteurisierungsanlage eine leistungsstarke Abfüllung in Beutel „Bag-in-Box“.
Wer Obstbäume hat, kann seine Äpfel, Birnen oder Quitten jedes Jahr in unserer Kelter von August bis Oktober pressen lassen – eigentlich nur für Vereinsmitglieder erlaubt, aber wer am Presstag Mitglied für 12 Euro Jahresbeitrag wird, darf dann keltern. Die Anmeldetermine zum Obstpressen finden Sie ab Mitte August unter Aktuelles.

