
Ab Mitte August stehen Mitglieder des Vereins in unterschiedlicher Besetzung samstags an der Kelter. Drei Mann, bzw. eine Frau und zwei Mann wie auf den Fotos, sind zur Bedienung erforderlich. Einer schichtet das zerkleinerte Fruchtgut zwischen die Pressplatten und sorgt dafür, dass die Presse die Maische auspresst, der Zweite bedient die Erhitzungsanlage, wo das Erntegut auf 80 Grad erhitzt in die Abfüllanlage fließt, und der Dritte im Bunde, der Kelterwart, führt Regie.

Die Mosterei verlässt ausschließlich naturtrüber Saft ohne jeden Zusatzstoff.
Der Saft wird in drei-, fünf- oder zehn-Liter-Beutel abgefüllt. In der Mosterei wird kein Abfall produziert. Der Saft wird getrunken, zu Most oder Marmelade weiterverarbeitet. Die ausgepressten Obstschnitzel werden auf einen Anhänger geladen und in den Wald gebracht. Förster freuen sich, dass die Rehe zusätzliche Nahrung bekommen.


Für qualitativ hochwertigen, naturtrüben Direktsaft ist der optimale Reifegrad des Obstes sehr wichtig.
Äpfel, die zu Saft verarbeitet werden sollen, müssen zwischen der Pflück- und der Genussreife geerntet werden. Zu weiches oder mehliges Obst ergibt weniger Saft und einen hohen Trübanteil im Saft.
Je nach Sorte und Reifegrad des Obstes entsteht bei der Pressung ein Direktsaft mit mehr oder weniger Trübanteilen. Richtig geerntetes Obst wird einen klaren Saft liefern, während überreifes, weiches Obst einen trüben Saft ergibt.
Zu lange und unsachgemäß gelagertes Obst in Plastiksäcken verschlechtert die Qualität des Saftes. Auch Früchte mit Faulstellen sind nicht geeignet.
Das Obst ist sauber anzuliefern. Der Wasserbehälter an der Einschüttung dient lediglich zur Beförderung des Obstes über die Schnecke zur Rätzmühle. Von dort gelangen die Früchte in den Dosierkasten und weiter auf die Presse. Der ausgepresste Saft wird fein gesiebt und in einen Zwischenlagerbehälter gepumpt.
Durch eine kurze und schonende Erwärmung im Wärmetauscher auf 80 °C wird der Saft haltbar gemacht und ohne Konservierungsstoffe in Beutel (Bag-in-Box-Verpackung) abgefüllt und luftdicht verschlossen.


Unser Mostereibetrieb
Grundsätze:
- Die vereinseigene Mosterei ist ausschließlich für Mitglieder des Vereins tätig.
- Nichtmitglieder können am Presstag vor Ort dem Verein mit einem Jahresbeitrag von 12 Euro beitreten, und ihr Obst wird dann gleich zu Saft verarbeitet.
- Der Saft des angelieferten eigenen Obstes ist sofort erhältlich. Das Mostobst soll frisch und reif sowie ohne Faulstellen sein. Verbleiben zwischen Obsternte und Mosttermin einige Tage, soll das Obst im Gras liegen bleiben und erst kurz vor dem Mosten eingesammelt werden, so bleibt es dann länger frisch.
- Schnelle Verarbeitung ohne Verzögerung bis zum Endprodukt wird garantiert. Durch Voranmeldung kann das Obst am vereinbarten Termin vollständig verarbeitet werden. Das ist wichtig, denn unbehandelter Rohsaft verliert innerhalb kurzer Zeit einen Großteil seines Vitamin-C-Gehaltes.
- Das sofortige Abfüllen und Verschließen hat hohe Priorität. Unsere Abfüllanlage ist auf Beutel (Bag-in-Box) eingestellt. Dabei wird der Saft in drei-, fünf- oder zehn-Liter-Beutel mit Auslaufhahn abgefüllt. Die Beutel können platzsparend in Kartons aufbewahrt werden. Der Beutel wird nach der vollständigen Entleerung über die Restmülltonne entsorgt.
- Unsere Beutel (Bag-inBox) haben dieselbe Qualität wie die früher verwendeten Flaschen. Im ungeöffneten Beutel hält der Saft genauso lange, da durch den Auslaufhahn bei richtigem Gebrauch keine Luft in den Beutel kommt. Es kann 12 Wochen lang ohne Qualitätseinbuße Saft entnommen werden, und ungeöffnet ist er zwei Jahre haltbar.
- Wichtig: Die Beutel dürfen erst nach Abkühlung des Saftes auf ca. 35 °C in die Kartons eingebracht werden.
Saftgewinnung

- Frisch aus der Obstpresse schmeckt der Saft am besten: Aroma, Vitamingehalt, wertvolle Enzyme und Spurenelemente bleiben weitgehend erhalten. Gekühlt kann dieser kalt gepresste Rohsaft einige Tage getrunken werden, bevor er zu gären beginnt.
- Bei der Warmpressung (Entkeimung, Pasteurisierung) wird der Saft auf 80 °C erhitzt und durch Entfernung von Schimmelpilzen und Hefebakterien für lange Zeit haltbar gemacht.
- In den Beuteln kann der Rohsaft sehr gut eingefroren werden. Damit können die der Gesundheit dienenden Bestandteile des Rohsaftes bestens konserviert werden. Als Vitaminspender ist dieser Saft besonders in den Wintermonaten sehr wertvoll.
- Beliebt und bekannt seit alter Zeit ist auch die Herstellung von Apfelwein aus dem frischen, nicht wärmebehandelten Saft.
- Eine weitere Variante ist ein Druckmostfass. Bei dieser Art der Haltbarmachung entsteht ein interessantes Getränk mit leichtem Alkoholgehalt.
- Verarbeiten unter Mithilfe der Kundschaft.
- Abfüllung in die Beutel (Bag-in-Box).
Der Presskuchen (Trester)
Die vorwiegend festen Rückstände, die nach dem Auspressen des Saftes aus der Obstpresse übrigbleiben, sind gut als Futter für Wild oder Schafe geeignet. Dieser Trester wird gerne von den ortsansässigen Jägern abgeholt, sodass die Entsorgung keine Probleme bereitet.
